Hundertprozentig rauchfrei - die Lösung

(at) Ein umfassender Schutz vor Passivrauchen ist nur garantiert, wenn geschlossene Räume grundsätzlich rauchfrei sind. Dies betrifft besonders alle Räume, die öffentlich zugänglich sind oder als Arbeitsplätze dienen. In der Schweiz ist der Schutz durch das entsprechende Bundesgesetz ungenügend.

Wie ist die Bevölkerung vor Passivrauchen zu schützen?

Für Tabakrauch können keine Grenzwerte festgelegt werden, weil schon kleinste Mengen gesundheitsschädigend sind. Eine wirksame Massnahme, um Nichtrauchende vor den Gesundheitsschäden durch Passivrauchen zu schützen, ist die gesetzliche Einführung von rauchfreien öffentlichen Innenräumen und Arbeitsplätzen.

Speziell in den bedienten Rauchräumen und Rauchbetrieben des Gastgewerbes gehen die Arbeitnehmenden durch das Passivrauchen hohe Gesundheitsrisiken ein. Die Beschäftigten müssten Schutzmasken mit Atemfilter tragen; allerdings dringen gefährliche Bestandteile des Tabakrauchs auch durch Atemfilter hindurch.

  • Serviceangestellte in Bars sind 6-mal stärker dem Passivrauchen ausgesetzt als Büroangestellte.
  • Eine nichtrauchende Person, die in einer stark verrauchten Bar arbeitet, trägt ein rund 20-mal höheres Lungenkrebsrisiko als der Durchschnitt der Nichtrauchenden.

Seit mehreren Jahrzehnten sind weltweit Erfahrungen gesammelt worden, wie die Auswirkungen des Passivrauchens ausgeschaltet werden können, unter anderem mit Nichtraucherzonen, Entlüftungs- und Luftfilteranlagen sowie rauchfreien Innenräumen.

  • Nichtraucherzonen sind höchst mangelhaft.
  • Selbst modernste Lüftungsanlagen schützen nur begrenzt.

Das «Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen» lässt bediente Rauchräume und Rauchbetriebe sowie Einzelarbeitsplätze zu und gewährt deshalb nur einen beschränkten Schutz.

Hingegen verbessert sich die Gesundheit von Serviceangestellten in vollständig rauchfreien Gastrobetrieben nach kurzer Zeit eindeutig. Zu diesem Resultat kamen unter anderem Untersuchungen in Irland vor und nach der gesetzlichen Einführung rauchfreier Arbeitsplätze im März 2004. Zwölf Monate später berichteten nichtrauchende Serviceangestellte in Bars über weniger Beschwerden in den oberen Atemwegen. Zugleich wiesen die medizinischen Tests der Lungenfunktionen signifikant bessere Werte auf.

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Kein Umsatzrückgang in rauchfreien Gastrobetrieben

Breit abgestützte wissenschaftliche Untersuchungen haben schon lange die Behauptung der Tabakindustrie widerlegt, die gesetzliche Einführung rauchfreier Innenräume würde zu einem Umsatzrückgang führen.

Neuseeland

In Neuseeland sind seit Dezember 2004 Arbeitsplätze in Innenräumen vollständig rauchfrei. Seither erzielen Gastwirtschaft und Tourismus mindestens ebenso gute Betriebsergebnisse wie zuvor:

  • Die Umsätze in Cafés und Restaurants haben auch 2005 weiter zugenommen, in Bars und Klubs sind sie seit vier Jahren stabil geblieben.
  • Zwischen 2003 und 2005 stieg der Besuch nichtrauchender Personen in Cafés um 12 Prozent, derjenige in Bars um 48 Prozent. Gleichzeitig blieb in den Bars ein befürchteter Rückgang von Rauchern und Raucherinnen aus.
  • Die Anzahl der Beschäftigten in Gastrobetrieben zeigt 2005 die gleichen Trends wie in den vorangegangenen Jahren.
  • Die Anzahl ausländischer Gäste nahm zwischen September 2004 und September 2005 um vier Prozent zu, trotz starkem neuseeländischem Dollar und hohen Erdölpreisen.

Norwegen

Norwegen führte am 1. Juni 2004 auf gesetzlichem Weg rauchfreie Bars und Restaurants ein.

  • Das Nationale Institut für Drogen- und Alkoholforschung gibt an, dass der Quartalsumsatz im letzten Quartal 2004 verglichen mit dem letzten Quartal 2003 in Restaurants und Cafés leicht rückläufig war. Auch in früheren Jahren unterlag der Umsatz in Restaurants und Cafés saisonalen Schwankungen und war während der Winterzeit tiefer als im Sommer. In Bars blieb der Umsatz auch nach der Einführung unverändert hoch war.
  • Das Nationale Institut für Arbeitsmedizin stellte kurz nach der Einführung fest, dass die Luftqualität in Bars und Restaurants sich signifikant verbessert hatte.

USA

Gleiche Trends meldeten verschiedene Bundesstaaten aus den USA. Am 5. Juli 2004 setzte Massachusetts als sechster Bundesstaat der USA ein Gesetz in Kraft für rauchfreie Arbeitsplätze, einschliesslich Restaurants und Bars.

  • Die Einnahmen des Bundesstaates aus der Mehrwertsteuer auf Mahlzeiten und alkoholischen Getränken blieb unbeeinflusst von der Einführung des Gesetzes.
  • Ebenso zeigte die Anzahl der Beschäftigten in Gastrobetrieben keine Veränderung aufgrund der Einführung.

Im US-Bundesstaat New York müssen seit 23. Juli 2003 Arbeitsplätze einschliesslich Bars, Restaurants und Vergnügungslokale rauchfrei sein. Das entsprechende Gesetz blieb ohne Einfluss auf die Umsätze in Bars und Restaurants und im Detailhandel, wie die Quartalsberichte für die Mehrwertsteuer von 2003 und 2004 belegen.

Auch in der Weltstadt New York erklärten die Behörden ein Jahr nach In-Kraft-Treten des Gesetzes über rauchfreie Arbeitsplätze: «Das Gastgewerbe der City floriert, und die Angestellten atmen sauberere, gesündere Luft ein.» Seit 30. März 2003 müssen in New York alle Arbeitsplätze rauchfrei sein.

  • Vom 1. April 2003 bis zum 31. Januar 2004 stiegen in New York City die Steuereinnahmen aus Restaurants und Bars um 8,7 Prozent verglichen mit der gleichen Zeitspanne im Vorjahr.
  • Nach Einführung der gesetzlichen Regelung blieb die Anzahl der Gastrobetriebe unverändert hoch, wie ein Vergleich der Zahlen des dritten Quartals 2003 mit den entsprechenden Vorjahreszahlen belegt.

Grundsätzlich stellten unabhängig von der Tabakindustrie finanzierten Studien fest, dass Gesetze für rauchfreie Innenräume in Gastrobetrieben keinesfalls den Umsatz schmälern. Hingegen waren jene Studien, die für rauchfreie Gastrobetriebe einen Umsatzrückgang annehmen, ausnahmslos von der Tabakindustrie mitfinanziert (siehe Tabakindustrie - Gastgewerbe).

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Alle profitieren von rauchfreien Lebenswelten

  • Wenn die Innenräume rauchfrei sind, halten sieben von zehn Rauchenden, die aufhören wollen, den Rauchstopp leichter durch.
  • Die Einführung strenger Gesetze für rauchfreie Innenräume führt zu einem deutlichen Rückgang der Herzkrankheiten. Zwölf Monate danach ist die Anzahl der Spitaleinweisungen wegen akutem Herzinfarkt um rund 15 Prozent gesunken. Drei Jahre später liegt die Anzahl ungefähr 35 Prozent tiefer verglichen mit dem Stand vor der Einführung. Dies folgt aus einer Übersichtsarbeit, die Daten aus fünf verschiedenen Ländern verwendete.
  • Rauchfreie Arbeitsplätze könnten die Raucheranteile um 4 Prozent und den Tabakkonsum um 7 Prozent herabsetzen.
  • Bei rauchfreien Innenräumen kann das Risiko kleiner werden, dass Jugendliche überhaupt mit Rauchen anfangen.
  • Wenn weniger Erwachsene rauchen, leiden Kinder seltener unter Passivrauchen.

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Internationaler Trend für rauchfreie Lebenswelten

  • In Irland respektierten 93 Prozent aller kontrollierten Gastrobetriebe den Zusatz zum Tabakgesetz von 2004 bezüglich rauchfreier Arbeitsplätze. In einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage von März 2005 waren 98 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Arbeitsplätze wegen der gesetzlichen Regelung jetzt gesünder sind (Rauchende 94 Prozent).
  • Im US-Bundesstaat Massachusetts befolgten innerhalb von fünf Monaten 96 Prozent aller Betriebe das Gesetz für rauchfreie Arbeitsplätze.
  • Im US-Bundesstaat New York waren 12 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes 84 Prozent der Bars, 99 Prozent der Restaurants und 98 Prozent der Bowlingbahnen rauchfrei.
  • Auch in New York City wird das entsprechende Gesetz eingehalten. Ein Jahr später waren 97 Prozent der Restaurants und Bars rauchfrei.
  • In Kalifornien sind die Lungenkrebsraten sechsmal schneller gesunken als in den US-Bundesstaaten ohne Gesetze für rauchfreie Räume.
  • Die Tabakindustrie hingegen macht sich weiterhin stark für unwirksame freiwillige Selbstbeschränkungen und hat weltweit die Opposition gegen rauchfreie Gastrobetriebe unterstützt.

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Quellen

Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Raucherräume und Lüftungssysteme: Keine Alternative zur rauchfreien Gastronomie Heidelberg, 2007 Opens external link in current windowwww.tabakkontrolle.de.

British Medical Association, The human cost of tobacco. Passive smoking: doctors speak out on behalf of patients, Produced by the Public Affairs Office, British Medical Association (Scotland), Edinburgh 2004 Opens external link in current windowwww.bma.org.uk.

Patrick Goodman et al., Effects of the Irish Smoking Ban on Respiratory Health of Bar Workers and Air Quality in Dublin Pubs, in: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2007; 175: 840-845 Opens external link in current windowhttp://ajrccm.atsjournals.org.

Asthma and Respiratory Foundation of New Zealand, Aotearoa New Zealand Smokefree Workplaces: A 12-month report., Wellington December 2005 Opens external link in current windowwww.sfc.org.nz.

Marianne Lund, Smoke-free bars and restaurants in Norway, SIRUS National Institute for Alcohol and Drug Research, Oslo June 2005 Opens external link in current windowwww.ensp.org/publications/library.

Gregory N. Connolly et al., Evaluation of the Massachusetts Smoke-free Workplace Law (April 1, 2005). Tobacco Control. Reports on Industry Activity. Paper Harvard Opens external link in current windowhttp://escholarship.org/uc/item/1zw4x02j.

New York State Department of Health, The Health and Economic Impact of New York's Clean Indoor Air Act Opens external link in current windowwww.nyhealth.gov - A-Z Index - Smoking.

New York City Department of Finance, New York City Department of Health & Mental Hygiene, New York City Department of Small Business Services, New York City Economic Development Corporation, The State of Smoke-free New York City: A One-Year Review, March 2004 Opens external link in current windowwww.nyc.gov/html/doh/downloads/pdf/smoke/sfaa-2004report.pdf.

James M. Lightwood and Stanton A. Glantz, Risk Attributable to Secondhand SmokeDeclines in Acute Myocardial Infarction After Smoke-Free Laws and Individual, in: Circulation 2009;120;1373-1379 Opens external link in current windowhttp://circ.ahajournals.org.

Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen Opens external link in current windowwww.admin.ch/ch/d/ff/2008/8243.pdf.

Herausgeberin: Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
Bern, März 2010
Autor: Nicolas Broccard

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