Medienmitteilung: 2. Nationale Tabakpräventionskonferenz
An der Konferenz werden unter anderem vorläufige Resultate der COSIBAR-Studie vorgestellt. Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Instituts untersucht in dieser Studie, wie sich die Einführung rauchfreier Bars und Restaurants auf die Gesundheit der Serviceangestellten auswirkt. Erstmals erfasst die Studie, inwiefern der Herzrhythmus durch Passivrauchen beeinflusst wird. Messungen des Herzrhythmus erlauben Rückschlüsse auf das Herzinfarktrisiko einer Person. Nach der Einführung rauchfreier Gastrobetriebe in der Schweiz verbesserte sich bei den Serviceangestellten der Herzrhythmus. Das deutet darauf hin, dass das Herzinfarktrisiko abgenommen hat.
Einheitlicher Schutz
Diese Forschungsergebnisse sprechen für einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen. Aber das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen schützt nur ungenügend vor Passivrauchen. So sind im Gastgewerbe weiterhin viele Angestellte dem Passivrauchen ausgesetzt. Die eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» will deshalb die Lücken des Bundesgesetzes schliessen und verlangt, dass auch alle Restaurants und Bars rauchfrei werden. In der ganzen Schweiz soll die gleiche Regelung gelten.
Werbeverbote sind wirksam
Zur Debatte steht an der Konferenz zudem die Studie «Neue Erkenntnisse zu Marketing und Werbung bei Tabakerzeugnissen», herausgegeben von der Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention. Werbung und Promotion für Tabakwaren untergraben die Tabakprävention bei Jugendlichen sowie bei Raucherinnen und Rauchern, die aufhören wollen.
Umfassende Verbote von Werbung und Promotion lösen langfristig eindeutig eine Senkung des Tabakkonsums aus. Hingegen sind Teilverbote nur beschränkt wirksam. Beispielsweise können Tabakkonzerne in der Schweiz grösstenteils ungehindert Werbung machen für Preisabschläge bei Zigaretten. Vor allem bei Jugendlichen begünstigen tiefe Preise den Kauf von Tabakwaren. Die internationale Rahmenkonvention über die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation fordert ebenfalls ein Verbot aller Werbung und Promotion für Tabakprodukte.
Breite Trägerschaft
Das Nationale Programm Tabak 2008 - 2012 will die Anzahl tabakbedingter Krankheits- und Todesfälle senken. Im Rahmen dieses Programms betreiben Bund, Kantone sowie Nichtregierungsorganisationen und Fachverbände wirksame Tabakprävention.
Entsprechend breit abgestützt ist denn auch die 2. Nationale Tabakpräventionskonferenz. Folgende zwölf Organisationen aus Gesundheit und Politik bilden die Trägerschaft: Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Bundesamt für Gesundheit, Krebsliga Schweiz, Lungenliga Schweiz, pharmaSuisse, proaere, Public Health Schweiz, Radix, Schweizerische Herzstiftung, Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, Sucht Info Schweiz und die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte.
Dokumente zur COSIBAR-Studie und zur Tabakwerbung können Sie im
Medialcorner herunterladen.
Auskunft: Thomas Beutler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Haslerstrasse 30, 3008 Bern, Tel. 031 599 10 20, Fax 031 599 10 35,
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