Smokeless tobacco (ST)
Beim so genannten „Smokeless tobacco“ (ST) werden zwei Formen unterschieden: Kau- und Schnupftabak. Beim Schnupftabak entfaltet das Nikotin seine Wirkung über die vorderen Nasenschleimhäute. Der so genannte Snus ist ein mit Salzen versetzter Tabak, der in kleinen Beutelchen unter die Ober- oder Unterlippe oder in die Wangenfalte gesteckt wird. Hierbei wird etwa die gleiche Menge Nikotin resorbiert, wie dies bei einer Zigarette der Fall ist.
Salze halten den Tabak feucht und rauen die Mundschleimhaut auf, wodurch die Wirkstoffe direkt vom Blutkreislauf aufgenommen werden können.
Die negativen Auswirkungen des ST sind in der Öffentlichkeit weniger bekannt als die durch das Rauchen verursachten Komplikationen. Verzögerte Wundheilung, parodontale Erkrankungen (der Konsum von Kautabak ist mit einer Verdoppelung der Inzidenz von chronischer Parodontitis assoziiert), Leukoplakien und die Entstehung von Plattenepithelkarzinomen wurden im Zusammenhang mit ST nachgewiesen. Zudem kommt es beim chronischen ST-Konsum zu Blutdruckerhöhung und ischämischen kardiovaskulären Erkrankungen.
Ein zunehmendes Problem im Zusammenhang mit ST liegt darin, dass die Produkte von der Tabakindustrie teilweise als „Einstiegsdroge“ für Jugendliche vermarktet werden: 23,9 % der ST-Konsumenten werden später zu Rauchern. Tabakprodukte zum oralen Gebrauch sind in der Schweiz verboten. Da jedoch das Lebensmittelgesetz nicht den Eigengebrauch regelt, dürfen kleine Mengen dieses Tabaks zum oralen Gebrauch in die Schweiz eingeführt werden.
Siehe auch folgenden Artikel, der in der Schweiz. Monatsschrift für Zahnmedizin erschienen ist:
Rauchloser Tabak: ein neues Gesundheitsrisiko in der Zahnmedizin?
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